5 Anzeichen, dass deine digitale Kommunikation fremdbestimmt ist
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5 Anzeichen, dass deine digitale Kommunikation fremdbestimmt ist

für starke Führungspersönlichkeiten6 Minuten

Egal ob privat oder geschäftlich, intern oder extern, analog oder digital: Ein großer Teil unseres Lebens basiert auf zwischen­mensch­licher Kommu­ni­kation. Und damit diese funktio­niert und auch auf unsere Ziele und Wünsche einzahlt, sollte sie vor allem authentisch sein.

Unser Kommu­ni­ka­ti­onsstil verrät viel über uns: Wer wir sind, wie wir denken, wofür wir stehen und was wir für andere tun können. Dabei geht es weniger um das, WAS wir sagen, sondern vielmehr darum, WIE wir schreiben oder sprechen.

Denn Inhalte sind meist austauschbar und selten so interessant, dass wir uns wirklich lange daran erinnern können.

Das WIE erzeugt eine Stimmung in uns und gibt uns ein Gefühl. Und je nachdem wie ausgeprägt dieses Gefühl ist, desto besser und länger erinnern wir uns daran. Zumindest an die Person oder das Ereignis, das dieses Gefühl ausgelöst hat.

ACHTUNG: Dies gilt genauso für negative wie für positive Gefühle und sollte daher unbedingt bei jeder Personal Branding Strategie mitgedacht werden.

Grundsätze der Kommu­ni­kation

Bevor wir über Kommu­ni­kation nachdenken, lohnt es sich kurz festzu­halten, was Kommu­ni­kation eigentlich ist und was wir damit bezwecken.

Kommu­ni­kation ist per Definition der Austausch von Infor­ma­tionen zwischen Individuen und/oder Organi­sa­tionen. Die Art der Infor­ma­tionen ist verschie­den­artig genauso wie die Intention bzw. der Anlass der Kommu­ni­kation.

Es gibt beabsich­tigte und unbeab­sich­tigte Kommu­ni­kation. Paul Watzlawicks berühmtes erstes Axiom beschreibt es wie folgt:

"Man kann NICHT nicht kommu­ni­zieren!“

Ich möchte das ergänzen um:

"Man kann NICHT nicht wirken."

Denn: Wir erzielen immer auch eine Wirkung bei unserem Gegenüber (sobald wir wahrge­nommen werden).

Wobei ich Wirkung als unmit­telbare Folge der Kommu­ni­kation ansehe. Denn egal, ob die Botschaft richtig oder falsch verstanden wird, entsteht im Kopf des Empfängers ein Bild, ein Eindruck. Ob dieser positiv oder negativ ist, flüchtig oder bleibend, korrekt oder verfälscht, können wir zu einem großen Teil beein­flussen.

1. Du schreibst anders als du sprichst

Der Klassiker: Irgendwann in der Schule haben wir mal gelernt „So kannst du vielleicht sprechen, aber nicht schreiben!“ Punkt. Manche Lehrer oder Unternehmen predigen das noch heute.

Aus meiner Sicht führt dieser Glaubenssatz zu unnatür­lichen, kompli­zierten und geküns­telten Texten. Es wird bewusst eine künstliche Sprache kreiert, die aufwendiger ist und gleich­zeitig weniger gut funktio­niert:

  • schwieriger zu verstehen
  • unnötig lang
  • austauschbar und monoton
  • wenig individuell

❌ Das Problem: Wir bemühen uns, formell zu klingen. Dabei legen wir sehr viel Wert auf das vermeintlich „Korrekte“ (Grammatik, Ortho­graphie) und vergessen, wie schlimm das klingt. In der Folge sind diese Texte voller geschwur­belter Sätze, Substan­ti­vie­rungen und Passiv-Konstrukten.

✅ So gehts besser: Verwende Zeit und Gedanken lieber darauf, die Kernbot­schaft präzise heraus­zu­a­r­beiten und eine logische Struktur zu bringen. Und dann bleibe bei deinem persön­lichen Sprachstil. Jeder von uns hat eine ganz besondere Art zu sprechen und zu formulieren. Dieser zeichnet uns aus und macht uns einzigartig.

Natürlich hängt es auch davon ab, an wen du du dich richtest. Genauso wie du einen alten Freund anders begrüßt als einen neuen Geschäfts­partner, solltest du deine Tonalität entspre­chend anpassen.

TIPP: Lies deine fertigen Texte oder E-Mails laut vor und frag dich ehrlich, ob du so sprechen würdest. Wenn nicht, ändere den Text entspre­chend ab und wiederhole dies. Oder andersrum erst die gewünschte Botschaft mündlich formulieren und dann schreiben.

Die Oberliga das Schreibens erreichst du, wenn man dich in deinen Texten „sprechen hört“.

FUNFAKT: Amtsdeutsch und andere Zumutungen 🙈

Die ausge­präg­teste Form des formellen Schreibens ist wohl das sogenannte „Amts­deutsch“, oder auch „Obrig­keitss­prache“ genannt. Ein fürch­ter­licher Stil, der - so scheint es zumindest - nur deshalb existiert, um andere von der gewünschten Überle­genheit zu überzeugen. Ähnliches gilt leider auch für Geset­zes­texte oder Förder-Richtlinien. Und auch Juristen bedienen sich gern entfrem­deten und nur engsten Kreisen vorbe­hal­tenen Formu­lie­rungen.

Aber was erzeugt so ein Text?

Bei mir direkt Ärger und Frust. Weil ich deutlich länger brauche und einzelne Sätze mehrmals lesen muss, bis ich den Inhalt erfasst habe. Und weil ich manche Dinge trotzdem nicht richtig verstehe.

Und ich frage mich: Was zum Geier veranlasst den Autor, mir so etwas zuzumuten?

👉 Meine erste Assoziation mit dieser Person: unsym­pa­thisch, selbst­ge­fällig, zugeknöpft

2. Du verschickst Weihnachts­grüße aus Pflicht­be­wusstsein

(oder Geburtstags-, Neujahrs-, Jubiläums- oder Whatever-Grüße)

Passiert jedes Jahr im Dezember. Da werden Millionen von Karten, Briefe oder E-Mails verschickt, einfach „weil es sich so gehört“ oder weil man das zu Weihnachten so macht.

Aber warum ausge­rechnet zu Weihnachten? Und warum so unper­sönlich?

Wäre es nicht ein viel besserer Grund, Grüße zu verschicken, wenn uns WIRKLICH danach ist? Also vielleicht zu einem ganz anderen Zeitpunkt? Und nur an Personen, an denen uns wirklich etwas liegt? Und nur mit Inhalten, die tatsächlich etwas aussagen?

Überprüfe gern mal deine eigenen Weihnacht­lichen Gruß-Gewohn­heiten. Ich wette, fast jeder ertappt sich dabei, oft nur zu schreiben, weil man es halt so macht und es der andere es (mögli­cher­weise) erwartet.

❌ Das Problem: Leider führt dies zu einer unglaub­lichen Flut an austausch­baren und tausendfach-kopiertem Einerlei. Mal abgesehen von dem ungeheuren Papier-Müll, der durch Karten und Briefe entsteht, werden die Nachrichten auch überhaupt nicht wirklich wahrge­nommen und schon gar nicht positiv erinnert. Warum also der ganze Wahnsinn?

Und sei mal ehrlich: Magst du du das? Ist das wirklich eine Berei­cherung der zwischen­mensch­lichen Beziehung? Und was würde passieren, wenn es ausbleibt?

Ich reagiere inzwischen äußerst allergisch auf diese offen­sichtlich kopierten Massen-Grüße, egal ob per Papier, Mail oder Messenger, egal ob privat oder geschäftlich.

👉 Mir sagt das allenfalls, dass ich auf irgendeiner Liste stehe, die abgear­beitet werden muss. Ist das gut? Ich finde nicht.

✅ So gehts besser: Ganz anders nehme ich persönliche Nachrichten wahr, die direkt an mich gerichtet sind. Egal ob zu Weihnachten oder sonst wann.

👉 Also schreib lieber persönliche Grüße, wenn du wirklich Zeit dafür hast. Vielleicht nicht alle auf einmal, sondern über das Jahr verteilt. Und wenn dir das nicht liegt, dann lass es lieber. Eine gekünstelte Botschaft wird von unserem Unter­be­wusstsein eh sofort enttarnt und somit nicht als wertvoll anerkannt.

3. Du meidest politische Themen

Vielleicht ist das eine Frage des Alters? Immer wieder höre ich junge Marketer, speziell auf LinkedIn, die raten, sich BLOß NICHT politisch zu äußern. Weil man damit sein Thema verwässert, evtl. potentielle Kunden abschreckt und sich in Diskus­sionen verzettelt, die nicht auf das Unter­neh­mensziel einzahlen.

Diese Empfehlung ist aus meiner Sicht höchst proble­ma­tisch und sollte unbedingt mal hinterfragt werden.

Denn wer, wenn nicht verant­wor­tungs­volle und selbst­be­wusste Führungs­per­sön­lich­keiten sollten über politische oder gesell­schaftlich brisante Themen sprechen und zum Diskurs einladen?

Diese Themen anzusprechen, zeugt von einer klaren Haltung und eines starken Verant­wor­tungs­be­wusst­seins, von Souve­rä­nität und Rückgrat.

👉 Wer sich davor drückt, verfügt entweder über wenig kommu­ni­kative Fertig­keiten oder steht nicht wirklich zu seiner Überzeugung.

Natürlich werden wir mit einer klaren Haltung nicht bei JEDEM positiv punkten. Aber dies ist für starke Persön­lich­keiten kein Problem sondern Teil ihrer Mission.

Viele Menschen wünschen sich in unseren bewegten Zeiten wieder zielfüh­rende Debatten. Und große Anführer sind eben keine „Ever­y­body´s Darlings“ oder oppor­tu­nis­ti­schen „das-Fähnchen-in-den-Wind-Reinhänger“.

Es geht nicht darum, der GLEICHEN Meinung zu sein, sondern viel mehr darum, wie wir miteinander umgehen, wenn wir eben NICHT der gleichen Meinung sind.

Und genau dieses WIE sagt sehr viel über unsere Persön­lichkeit aus.

❌ Das Problem: Wir müssen wieder lernen über politische Themen zu debattieren. Denn solange sich smarte und reflektiert handelnde Personen nicht zu Wort melden, überlassen wir das Feld den Populisten und Hass-Rednern.

✅ So gehts besser: Positio­niere dich als eine starke Persön­lichkeit mit Rückgrat und spreche mit Bedacht und Weitsicht auch politische oder gesell­schaft­liche Themen an. Überlege genau, zu welchen Themen du dich äußerst und WIE du in den Diskurs gehst.

Ich schätze Menschen dafür, dass sie sich trauen, klar und souverän ihre Meinung zu äußern und dafür einzustehen. Die trotz unter­schied­licher Meinung in der Lage sind, wirkliche Argumente auszu­t­au­schen und offen für andere Sichtweisen sind.

‼️ Achtung: Rassismus, Auslän­der­feind­lichkeit etc. sind KEINE Meinungen, sondern eine Frage der Haltung. ‼️

Private Situationen: Dass politische Diskus­sionen im Familien- oder Freun­des­kreis einigen Sprengstoff bergen, ist nicht erst seit Corona bekannt. Und inwieweit man diese Gespräche führen möchte, muss natürlich jeder für selbst entscheiden.

4. Du jonglierst mit Fachbe­griffen und Fachchi­ne­sisch

Das kennen wir wohl alle: Texte, die nur so vor Fachwörtern strotzen und von denen wir nur die Hälfte verstehen. Ich denke dann immer: Da gehör ich wohl nicht zur Zielgruppe 😁

Nur leider schreiben viele Absender ganz ungewollt an ihren Adressaten vorbei. Weil sie sich schlicht nicht damit ausein­an­der­setzen, wie ihre Zielper­sonen denken.

Grund dafür ist meist falsch verstan­denes Expertentum. Die spezielle Fachter­mi­no­logie soll eine ganz besondere Expertise suggerieren. Oft werden auch andere Experten kopiert und so eine bestimmte Zugehö­rigkeit zur Fachelite markiert und Überle­genheit betont, um sich von „Unwis­senden“ abzuheben.

❌ Das Problem: Niemand mag es, wenn er einen Text nicht versteht. Das führt automatisch zu negativen Gefühlen. Entweder bezogen auf sich selbst oder auf den Absender. Außerdem kann niemand einen Text erinnern, den man nicht versteht.

Die betonte Überle­genheit wirkt auf andere unsym­pa­thisch und arrogant.

✅ So gehts besser: Ein echter Experte zeichnet sich dadurch aus, dass er den Inhalt so gut durch­drungen hat, dass er ihn maximal einfach wiedergeben kann.

FUNFAKT: Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. 😅

„Der Ertrag subterraner Agrar­pro­dukte steht in reziproker Relation zur intel­lek­tu­ellen Kapazität des Agrar­öko­nomen. “

Klingt wissen­schaftlich? Nee klingt einfach nur daneben.

5. Du verwendest Floskeln und Weichmacher

Floskeln sind laut Definition im Duden nicht­sa­gende Redensarten oder formelhafte, leere Redewen­dungen.

Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn uns nichts anderes einfällt oder wir schlicht keine Meinung haben. Sie dienen als Lücken­füller, um Gesprächs­pausen zu vermeiden, oder um darüber hinweg­zu­täu­schen, dass man eigentlich nur rumschwafelt.

  • Ich will ja nichts sagen, aber...
  • Am Ende des Tages..
  • Ehrli­cher­weise...
  • Nichts für ungut..

Häufig leiten sie sogenannte „Nullsätze“ ein. Das sind Sätze, die keine echte Aussage beinhalten, nichts Konkretes aussagen.

Ebenfalls weit verbreitet sind „Weich­macher“, die unsere Aussagen relati­vieren bzw. abschwächen:

  • ein bisschen..
  • irgendwie..
  • vielleicht..
  • eigentlich..
  • könnte, würde, hätte..

❌ Das Problem: Mit abgedro­schenen Floskeln und Weich­ma­chern vertun wir gleich im ersten Moment die Chance auf Einzig­ar­tigkeit und Origi­na­lität und nehmen unseren Sätzen die Aussa­ge­kraft.

✅ So gehts besser: Insbe­sondere im Schrift­lichen haben wir genug Zeit, über unsere Formu­lie­rungen nachzu­denken und Sätze, die nichts aussagen, wegzulassen. Oder aber mit Inhalt zu füllen.

Fazit: Das bringt dir authen­tische Kommu­ni­kation

Die Aufnah­me­fä­higkeit von Menschen ist begrenzt und die Erinne­rungs­fä­higkeit noch um so mehr. Damit wir überhaupt wahrge­nommen und erinnert werden, müssen wir einzigartig sein und für etwas Besonderes stehen, das erinnert wird. Und das schaffen wir nicht, wenn wir langweilig und austauschbar kommu­ni­zieren oder schlecht verstanden werden.

Deine indivi­duelle und authen­tische Tonalität verschafft dir Aufmerk­samkeit, Sympathie und im besten Fall einen ersten Vertrau­ens­vor­schuss. 👉 Und das ist die beste Basis, dass deine Botschaft und Intention bei deinem Gegenüber ankommt.

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